BERICHT: Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2026
BERICHT: Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2026
Wie sieht die Zukunft unserer Gemeinde aus? Wie kann Klimaschutz vor Ort gelingen? Und was kann Politik tun, um das soziale Miteinander zu stärken? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schüler*innen des Gymnasiums Neu Wulmstorf am 09.09.2026 bei einer Podiumsdiskussion anlässlich der Kommunalwahlen in Niedersachsen.
Politischer Austausch und demokratischer Diskurs haben am Gymnasium Neu Wulmstorf bereits Tradition. Auch in diesem Jahr erhielten die Schülerinnen der Jahrgänge 9–13 sowie der Oberschule die Gelegenheit, Politikerinnen verschiedener Parteien direkt zu begegnen, Fragen zu stellen und unterschiedliche politische Positionen kennenzulernen.
Intensiv vorbereitet wurde die Veranstaltung vom PoWi-Leistungskurs des 13. Jahrgangs unter der Leitung von Herrn Koch. Über mehrere Wochen beschäftigten sich die Schüler*innen mit den Wahlprogrammen der Parteien, entwickelten Fragen und setzten sich mit den Herausforderungen und Chancen einer Podiumsdiskussion auseinander. Gemeinsam wurden die Schwerpunktthemen Klimapolitik und Soziales ausgewählt.
Klare Fragen, kontroverse Antworten
Zum Auftakt ging es direkt zur Sache: Die Politikerinnen mussten verschiedene Ja- oder Nein-Fragen beantworten und ihre Position durch das Hochhalten entsprechender Karten sichtbar machen. Anschließend öffneten sich die Fragerunden für die Schülerinnen. Dabei entwickelte sich ein engagierter Austausch, in dem unter anderem erneuerbare Energien, E-Mobilität und die Förderung demokratischer Beteiligung zur Sprache kamen.
Auf dem Podium saßen insgesamt acht Politiker*innen, die unter anderem für den Kreistag, den Gemeinderat oder das Amt des Bürgermeisters kandidieren:
- Tobias Handkte (SPD)
- Peter Kurland (FDP)
- Jan Lüdemann (UWG)
- Yannek Band (Bündnis 90/Die Grünen)
- Malte Kanebley (CDU)
- Charlotte Dörflein (Die Linke)
- Jonathan Erdbrink (SPD)
- Dirk Marx (AfD)
Am Ende der Veranstaltung stand eine gemeinsame Botschaft aller Beteiligten: Demokratie lebt von Beteiligung. Entsprechend riefen die Politikerinnen die Schülerinnen dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich an der Kommunalwahl am 13.09.2026 zu beteiligen.#
Kontroverse Diskussion um die Einladung der AfD
Bereits im Vorfeld hatte insbesondere die Frage nach der Teilnahme der AfD für intensive Diskussionen innerhalb der Schulgemeinschaft gesorgt. Hintergrund war die Einstufung des AfD-Landesverbands Niedersachsen als gesichert rechtsextrem. Die Schule nahm die damit verbundenen Bedenken ernst und entschied sich deshalb für eine demokratische Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Partei eingeladen werden sollte.
Vor der Abstimmung informierte das PoWi-Kollegium die Schülerinnen über die verschiedenen Argumente für und gegen eine Einladung. Anschließend konnten die Schülerinnen selbst über die Teilnahme der AfD abstimmen. Mit einer Zweidrittelmehrheit sprachen sie sich für eine Einladung aus.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung machten die Moderatorinnen die politische Ausgangslage transparent. Sie benannten die Einstufung der AfD als gesichert rechtsextrem und erinnerten alle Beteiligten an die demokratischen und sachlichen Grundsätze, die für die Veranstaltung und das schulische Miteinander gelten. Die Vertreterinnen der AfD wurden ausdrücklich dazu aufgefordert, sich an diesen Rahmen zu halten.
Auch während der Diskussion wurden Aussagen des AfD-Vertreters von den Moderatorinnen kritisch hinterfragt. Die Schülerinnen beteiligten sich ebenfalls mit kritischen und direkten Fragen an der Auseinandersetzung.
Demokratie erleben
Die Podiumsdiskussion zeigte damit nicht nur unterschiedliche politische Positionen, sondern machte Demokratie für die Schüler*innen unmittelbar erlebbar: unterschiedliche Meinungen aushalten, kritisch nachfragen, Argumente prüfen und sich eine eigene Position bilden.
Gerade die kontroverse Diskussion im Vorfeld und die anschließende Begegnung mit den Politiker*innen machten deutlich, dass demokratische Bildung mehr bedeutet als die Beschäftigung mit politischen Themen im Unterricht. Sie lebt vom Austausch, von Fragen und auch von kontroversen Diskussionen.
Ein herzlicher Dank gilt Herrn Koch, den Moderator*innen, dem PoWi-Leistungskurs des 13. Jahrgangs sowie allen teilnehmenden Parteien für ihren Beitrag zu dieser gelungenen Veranstaltung.





























